Marlene Dumas (*1953 in Kapstadt) gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Sie verdichtet in ihrem Werk existentielle Koordinaten des Menschen wie Liebe, Tod, Religion und Spiritualität, Macht und Ohnmacht zu eindringlichen wie ambivalenten Bildern. Ihre Gemälde, Tusche- und Aquarellzeichnungen entstehen auf der Grundlage von fotografischen Quellen.

Aus der aktuellen Zusammenarbeit mit der Künstlerin konnten sieben Zeichnungen für das Kupferstich-Kabinett erworben werden. Diese sind eng mit dem Altarprojekt und den Jesus-Serien der Dresdner Annenkirche verknüpft und entstanden in einer ihrer produktivsten Schaffensperioden. Es handelt sich um eigenständige Arbeiten aus ihrem umfangreichen und bedeutenden Werkkomplex der Jesus-Köpfe.

Während sie 2016 für die Annenkirche das Altarbild schuf, hatte Marlene Dumas die Kopfbilder von Jesus, Maria, Judas und die Kreuzabnahme in ihrem Atelier zur Inspiration aufgehängt. Nun bereichert diese Serie den Bestand des Kupferstich-Kabinetts um eine bedeutende zeitgenössische Position zur Frage nach dem Menschenbild in der Gegenwart.

Die Sonderausstellung „Hope and Fear“, ist noch bis 14. Januar 2018 im Residenzschloss Dresden zu sehen.